

nur wer die wahrheit leugnet, glaubt
an unsere heiligkeit
belladonnen, gefallene engel
die lichter des himmels sind uns zu grell.
Anna Julian Mendliks Gedichte in Dante im Darkroom bewegen sich zwischen der Ikonographie der Göttlichen Komödie und Räumen queerer Sexualität — Darkroom und Paradies werden zu Spiegelbildern, zwischen Safeword und Gebet, und behalten die Gegenwart im Blick. Ihre Sprache greift Songtexte auf, fließt multilingual, zwischen liturgischer Feierlichkeit und zeitgenössischem Slang. Die Worte und die Dinge, ihre Beziehungen geben die Bewegungen der Gedichte vor.
Anna Julian MendlikErscheint am: 2026-03-16
Anna Julian Mendliks Gedichte in Dante im Darkroom bewegen sich zwischen der Ikonographie der Göttlichen Komödie und Räumen queerer Sexualität — Darkroom und Paradies werden zu Spiegelbildern, zwischen Safeword und Gebet, und behalten die Gegenwart im Blick. Ihre Sprache greift Songtexte auf, fließt multilingual, zwischen liturgischer Feierlichkeit und zeitgenössischem Slang. Die Worte und die Dinge, ihre Beziehungen geben die Bewegungen der Gedichte vor.
Dante im Darkroom durchquert mythologische und biblische Landschaften, benennt sexuelle Praktiken als liturgische Akte, kartiert römische Orte von Gewalt und Begehren. Sappho, Eurydike und Proserpina: Die mythologischen Figuren, die den europäischen Kanon grundieren, werden neu aufgestellt und in Beziehung gesetzt: Nähe entsteht durch Begehren und Neugier. Erlösung gibt es nicht jenseits des Körpers, sondern in und mit ihm — in der Verletzbarkeit, im Konsens, im gemeinsamen Atem.