die-erbaermlichkeit-des-krieges-3-cover.jpg
die-erbaermlichkeit-des-krieges-3-image-1.jpgdie-erbaermlichkeit-des-krieges-3-image-2.jpgdie-erbaermlichkeit-des-krieges-3-image-3.jpgdie-erbaermlichkeit-des-krieges-3-image-4.jpgdie-erbaermlichkeit-des-krieges-3-image-5.jpgdie-erbaermlichkeit-des-krieges-3-image-6.jpgdie-erbaermlichkeit-des-krieges-3-image-7.jpg

Die Erbärmlichkeit des Krieges

Gesammelte Gedichte und ausgewählte Briefe von Wilfred Owen

Sitz auf dem Bett. Bin blind, dreiviertel zersplittert. Vorsicht kann gerade nicht Händeschütteln, werde es auch nicht mehr tun. Beide Arme haben sich gegen mich erhoben - die Bestien. Meine Finger zappeln wie zehn faule Bälger.

Dieses Buch handelt nicht von Helden. Die englische Dichtung ist noch nicht soweit, von ihnen zu sprechen. Weder handelt es von Taten, von Ländern, noch irgendetwas wie Ehre, Ruhm, Majestäten, Herrschaft, Macht oder Kraft, nur von Krieg. Vor allem befasse ich mich nicht mit Dichtung. Es geht mir um den Krieg und um die Erbärmlichkeit des Krieges. Die Poesie findet sich in der Erbärmlichkeit.

Wilfred Owen
Andrea Schmidt
Johannes CS Frank

978-3-940249-55-5
Edition ReVers
1
140

14,90 €
Enthält 7% MwSt.

<>Art.-Nr.: 1f1a168ef3bf4e51aa0fe0a058cbc8a1
Verfügbar Kostenloser Versand* Lieferzeit 3-4 Werktage

Mit Wilfred Owen (1893–1918) stirbt vier Tage vor dem Ende des ersten Weltkrieges ein junger Dichter – einer, wenn nicht sogar der wichtigste der War Poets, Kriegsdichter englischer Sprache. Seine Gedichte zählen zum kulturellen Gedächtnis Großbritanniens, sind aber in Deutschland weithin unbekannt, eine vollständige Übersetzung seiner Kriegsgedichte lag vor Erscheinen dieses Bandes nicht vor.

2014 jährt sich zum einhundertsten Mal der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, jenes Ereignis, das eine rasche Abfolge zivilisatorischer Katastrophen und martialischer Kriege einläutete und die Funken, die Freiheit hießen, in Europa für lange Zeit ersticken sollten. Wilfred Owen gibt in seinen Gedichten wie kein anderer Einblicke in die Erbärmlichkeit des Krieges, in seine Konsequenzen für das Individuum und für Gesellschaften.

Owens Gedichte sind keine, die in patriotischer Geste Feinde Feinden gegenüberstellen: Der Krieg macht alle, die in ihm leben müssen, zu Kameraden der Erbärmlichkeit. Und wo andere Dichter Trost im Nationalen suchten, Nationen als Sehnsuchtsorte imaginierten, ist das Erleben und das Sehnen Owens auf die Menschlichkeit ausgerichtet. Mit Schärfe schaut er auf die Konstruktionen, die Menschen zusammenhalten, auf die leeren Versprechungen von Christentum oder Nation. In der Erbärmlichkeit findet Owen Schönheit, ohne das Leiden zu ästhetisieren, Leiden, ohne Schönes darin zu stilisieren. Seine Briefe zeigen zudem einen schmerzlichen Kontrast zwischen dem Leben an der Front und dem Leben „in der Heimat“ auf. Die Rezeption in Deutschland tut sich bis heute schwer mit Dichtern der sogenannten „Sieger“ des Ersten Weltkrieges. Aber auch dieser Band zeigt, dass von Siegern zu sprechen nicht möglich ist im Angesicht der Erbärmlichkeit des Krieges.

‚Dieses Buch handelt nicht von Helden. Die englische Dichtung ist noch nicht so weit, // von ihnen zu sprechen. // Weder handelt es von Taten, von Ländern, noch von irgendetwas wie Ehre, Ruhm, // Macht, Majestäten, Herrschaft oder Kraft – außer von Krieg. // Vor allem befasse ich mich nicht mit Dichtung. // Es geht mir um den Krieg und um die Erbärmlichkeit des Krieges. // Die Lyrik findet sich in der Erbärmlichkeit. // Allerdings sind meine Klagelieder in keinem Sinne tröstlich für diese Generation. // Vielleicht sind sie es für die nächste.‘

Wilfred Owen


Johannes CS Frank

Johannes CS Frank, aufgewachsen in Southend-on-Sea, Kiel und Heidelberg, studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie am Touro College Berlin. Frank arbeitet als bilingualer Autor, freier Übersetzer sowie für das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk. Gemeinsam mit Fiona Mizani war er Herausgeber der englischsprachigen Literaturzeitschrift Bordercrossing Berlin.

Frank ist Mit-Initiator des internationalen Festivals für Neue Musik und Literatur Zeitkunst. Zusammen mit Andrea Schmidt und Dominik Ziller führt er das Verlagshaus J. Frank | Berlin.

2012 erschien sein trilingualer Lyrik- und Prosaband Remembrances of Copper Cream bei FIXPOETRY.


Andrea Schmidt

Andrea Schmidt lebt und arbeitet als Typografin, Designerin und Verlegerin in Berlin. Zusammen mit Johannes CS Frank und Dominik Ziller führt sie das Verlagshaus J. Frank | Berlin. Schmidt lehrte als Dozentin und Gastprofessorin u. a. an der FH Potsdam, der UdK Berlin und der CAA Hangzhou (China) und forschte am Institut design2context an der HDK Zürich (2008–2010).

Als Mitherausgeberin publizierte sie die Bücher typoversity 1 (2011) und typoversity 2 (2013), erschienen im Norman Beckmann Verlag und Design (Hamburg), ausgezeichnet durch den European Design Award und den Type Directors Club New York.

Neben Illustrationsprojekten widmet sie sich visuell intermedialen Musikprojekten.

www.typografie-im-kontext.de