Umbrüche

»Der abscheuliche Tornado mit seinem Auge in Berlin / weit über Europa verwirbelt / zerreißt die Segel des Fortschritts.« warnte einst Wilfred Owen in seinem Gedicht 1914. Im September wirbelte ein Tornado durch die politische Landschaft Deutschlands. Aufregende Zeiten liegen hinter uns, hochpolitische vor uns: Mit dem Ergebnis der Bundestagswahl stehen wir mehr denn je vor der Frage, wie wir leben wollen, und wie wir in einer Zeit der vielen politischen, religiösen und kulturellen Konflikte Werte wie Gleichberechtigung, Religionsfreiheit, Meinungs- und Pressefreiheit verteidigen können. Wie können wir gesellschaftlich verantwortungsvoll handeln und uns noch stärker politisch engagieren, um gegen Diskriminierung und Rassismus und für ein pluralistisches Miteinander einzutreten?

Wilfred Owen, Lyriker in der Zeit des ersten Weltkrieges sagte:  »Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist warnen. Daher müssen wahre Dichter wahrhaftig sein.« Seine Texte sind aktueller denn je, wie so viele Texte von Autor_innen, die ihr Schreiben politisch verorteten und Fragen zu Machtstrukturen zur Disposition stellten. Über Literatur können wir Diskurse eröffnen und in der eigenen Profession Haltung zeigen!

Im Verlagshaus Berlin veröffentlichen wir Autor_innen,  durch deren Schreiben eine deutliche Position zum Ausdruck kommt und deren Texte sich mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen unserer Zeit auseinandersetzen. In unserem Lyrikpaket für den Monat Oktober stellen wir Ihnen drei Bände aus dem Verlagshaus Berlin vor, die eine differenzierte Auseinandersetzung mit Themen wie Tradition, Geschichte und Gewalt aufzeigen. Fragen sind gefragt und Gedanken gesucht: Haben Verse ein Geschlecht? Kann sich Gewalt in Gedichten freisetzen? Schreibt Geschichte Gedichte oder machen Gedichte auch Geschichte? Was hat Lyrik mit Identität, was mit Chemie zu tun? Wir wollen nicht mahnen, wir wollen Fragen stellen, Geschichte hinterfragen, Traditionen analysieren und mit Ihnen gemeinsam neue Geschichte schreiben! Lyrik muss sich in Zeiten des Populismus kritisch verorten und gesellschaftspolitische Diskurs eröffnen, zum Nachdenken anregen.  Lesen Sie selbst!

Wilfred Owen: Die Erbärmlichkeit des Krieges. Gedichte und Briefe.
Edition ReVers, Übersetzung: Jo Frank, Zeichnungen: Andrea Schmidt
Verlagshaus Berlin, 2014
Ausgezeichnet von der Stiftung Buchkunst als eines der »Schönsten Deutschen Bücher 2015«

Tobias Roth: Tradition. Gänge um das Füllhorn.
Essay in der Edition Poeticon
Verlagshaus Berlin, 2014

Jan Kuhlbrodt: Geschichte. Kein Weg nur Gehen.
Essay in der Edition Poeticon
Verlagshaus Berlin, 2014

30,00 €
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>Artikelnummer: LYPA2017-UMBR
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