diese kleinen, in der luft hängenden, bergpredigenden gebilde

ich verstehe unser verschwinden nicht // ich verstehe unser aller verschwinden nicht / menschliche gehirne, ströme von angst / in stochernden maschinen, wirbeltieraugen / die hinter galaktischen mauern stehn / wir werden niemals hinter die dinge sehn / zahlengerüste, oder uns haltende hände / oder hände aus zahlen, zahllose hände / hauchdünne ziffern ohne gefühl, nur präzise / unendlich präzise, ohne jedes gefühl.

Mikrokosmos, Makrokosmos, Universum: Durch Carl-Christian Elzes neuen Lyrik- band bewegt man sich wie eine Ameise über eine Kugel – oder über ein Möbiusband. Die ganze Welt auf einem dicht beschriebenen Streifen Papier. Urknall und Liebe begegnen sich nicht in einem metaphorischen Verhältnis, sondern als tatsächlicher Zusammenhang, der ein paar Jahrmillionen in zwei Versen verbindet. In dieser Kugel findet sich Großes auf kleinstem Raum, stets sind Extreme ihrem Gegenteil nah. Carl-Christian Elze gelingt es, das Große und das Kleine, das Menschliche und das Kosmische in einem Gedichtband miteinander zu verbinden. Der fließende Rhythmus seiner Verse zieht einen unweigerlich in seine Welt. Am Ende ist kaum noch zu unterscheiden, ob die Gedichte unter die Haut gehen oder selbst die Oberfläche sind, die einen beim Lesen umspannt.

Carl-Christian Elze
Christoph Vieweg

978-3-945832-14-1
Edition Belletristik
1

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diese kleinen, in der luft hängenden, … / Marina Büttner, literaturleuchtet / 13.04.2016

Kosmischer Staub / Bettina Hartz, Fixpoetry / 04.05.2016

und wer, wer findet mich? / express! Eine neue Form von Kritik, Fixpoetry / 06.05.2016

Carl-Christian Elze

Carl-Christian Elze wurde 1974 in Berlin geboren und lebt in Leipzig. Er studierte Biologie und Germanistik, und von 2004–2008 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Von 2002 bis 2009 war er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift »plumbum«. Carl-Christian Elze schreibt Gedichte, Prosa, Drehbücher und Libretti. Zahlreiche Einzelveröffentlichungen und Beiträge in Literaturzeitschriften und Anthologien wie Lyrik von Jetzt 2 und Jahrbuch der Lyrik. Er erhielt für sein Werk verschiedene Preise und Stipendien, zuletzt den Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreis der Stadt Cuxhaven und ein Bundesstipendium für das Deutsche Studienzentrum Venedig.
Sein letzter Erzählband »Aufzeichnungen eines albernen Menschen«erschien 2014 im Verlagshaus Berlin. Seit 2013 betreibt er zusammen mit Janin Wölke, Udo Grashoff, Mario Salazar und Christian Kreis die Lesereihe »niemerlang« in Leipzig.


Christoph Vieweg

Christoph Vieweg, 1983 geboren in Gera, ist als freiberuflicher Illustrator und Zeichner in Berlin tätig. Er studierte in Halle/Saale an der Burg Giebichenstein bei Prof. Georg Barber (ATAK) und in Berlin an der Kunsthochschule Weißensee bei Prof. Nanne Meyer. Ausstellungsbeteilligungen u.  a. in Leipzig, Berlin und Ghent. Zur Zeit arbeitet er an dem Projekt Nachrichtenzeichnungen: Soweit die Meldungen mit dem Ziel über einen Zeitraum eines Jahres (2015) täglich eine Nachricht zeichnerisch zu kommentieren.